Limburg an der Lahn fotografieren

Limburg an der Lahn gehört zu den am besten erhaltenen
Altstädten Deutschlands. Fachwerkhäuser, enge Gassen, der
romanische Dom über der Lahn – auf den ersten Blick ein
Bilderbuchstädtchen.

Genau das ist das Problem.

Jenseits der Postkartenmotive

Wer Limburg fotografiert, landet schnell bei den immer gleichen Ansichten: Dom von der alten Lahnbrücke, Fachwerk am Fischmarkt, Spiegelung im Wasser. Der Fotograf Sascha Büttner geht mit „Limburg Diaries“ einen anderen Weg.

Sein Blick wendet sich dorthin, wo Touristen nicht hingehen: Hinterhöfe, Durchgänge, Brachen, Parkplätze. Rückseiten statt Schauseiten. Auch die bekannten Motive tauchen auf – Dom, Altstadt, alte Lahnbrücke, ICE-Brücke – aber anders: aus dem fahrenden Auto fotografiert, gekippt, beiläufig, am Bildrand. Die Aufnahmen sind grobkörnig, unscharf, fragmentiert. Harte Kontraste, tiefes Schwarz. Eine Ästhetik, die nichts verschönert.

Orte im Buch

Der Bildband bewegt sich durch das gesamte Stadtgebiet:

– Die Altstadt zwischen Dom und Lahn – Die alte Lahnbrücke und das Ufer flussauf- und flussabwärts – Plätze wie Kornmarkt, Rossmarkt, Neumarkt – Durchgänge, Hinterhöfe, Parkplätze – Die A3-Brücke über die Lahn – Brachen und Randzonen am Stadtrand

Schwarz-Weiß statt Fachwerk-Farbe

Die Entscheidung für Schwarz-Weiß ist bewusst: Ohne Farbe verliert das Fachwerk seinen Postkartencharme. Was bleibt, sind Formen, Kontraste, das Spiel von Licht und Schatten. Die Bilder sind grobkörnig, oft unscharf, fragmentiert – beeinflusst von der japanischen Provoke-Bewegung der 1960er Jahre.

Fotografiert überwiegend mit der Leica Q2 Monochrom – einer Kamera ohne Farbsensor, die nur Schwarz-Weiß kann.

Limburg anders sehen

„Limburg Diaries“ ist kein Reiseführer und keine Liebeserklärung im üblichen Sinn. Der Bildband zeigt eine Stadt, wie sie selten fotografiert wird: rau, alltäglich, ungeschönt. Über 240 Fotografien aus zwei Jahren, entstanden beim Umherschweifen durch bekannte und unbekannte Ecken. Und vielleicht ist es gerade deshalb eine Liebeserklärung – nah dran an den Menschen, die hier leben, an ihrem Alltag, an dem, was Stadt ausmacht: Leben.

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